Entdeckungsreisen

masawi_banner_entdeckungsreisen

"Zu den Gewürzen in Richtung Osten, da wo die Sonne aufgeht"

 

Unsere Reise zur Kooperative in Westsumatra

 

Heute am 17.02.2017 haben wir nun das erreicht, was wir immer wollten. Die Menschen in Westsumatra leben noch sehr ursprünglich im Einklang mit der Natur. Sie leben mit den zahlreichen noch aktiven Vulkanen und die traditionelle Form der Landwirtschaft auf den kleinen Terrassen-feldern und lassen sich nicht vom Boom der Palmölplantagen beeinflussen, sondern sie wollen ihre schöne Landschaft erhalten.

 

Zimtbaum-compressor       Gew-rznelken-Bukitlawang-compressor

 

Durch unseren Guide aus Bukittinggi hatten wir Kontakt zu vielen einheimischen Bauern, die in kleinen Dörfern in den Bergen im Dschungel leben. Er hat viele Freunde und durch unser Interesse an besonders hoher Qualität der Gewürze sind wir bei den kleinen Bauern genau richtig. Wir haben nach Muskatnussplantagen gesucht. Da lagen wir total falsch. Die Bauern hier halten die Fruchtfolge in ihren kleinen Feldern und Gewürzgärten optimal ein.

Muskatbaum-compressorMuskatbl-te-compressorMuskatnuss-compressor

 

Die Bauern haben hier maximal 1-3 Muskatnussbäume in ihren Gärten, sehen aus wie Pfirsichbäume und hätte der Guide uns nicht direkt zu den Bauern geführt, wir hätten sie niemals gefunden. Die lokale Bevölkerung braucht auch längst nicht solche Mengen an Gewürzen und auf Export ist man hier nicht eingestellt.

Zimtb-ume-Vietnam-compressor

 

Die Zimtbäume ähneln optisch unseren Birkenbäumen und werden an den Hängen im Dschungel angepflanzt, genau

  Cassia-Zimt-Klasse-I-compressor

 

das gleiche geschieht mit den Kardamompflanzen, den Kakaobäumen und den Kaffeepflanzen. Durch den gemischten Anbau hat man keine Monokulturen.

 Kardamom-compressor  weisser-Kardamom-compressor

Ihr bescheidenes und einfaches Leben beeinträchtigt auf keinen Fall ihr Gefühl für Glück. Wir denken, sie sind eher glücklicher als wir in unseren modernen Industrieländern.

 

Es gibt hier keine Monokulturen und große Gewürzplantagen, wie es in Indien und China praktiziert wird, sondern sie bauen nur in kleinen Gewürzgärten und was der lokale Markt hier braucht.

Die Zimt-und Kaffeebäume sowie auch die Kardamompflanzen werden seit Jahrhunderten auf den fruchtbaren Böden an den steilen Berghängen im Dschungel angebaut. Es ist erstaunlich mit wieviel Mühe das geschieht, die Berghänge sind oft sehr steil und schwierig zu begehen. Doch diesen hohen Aufwand scheuen sie nicht, denn sie wissen um die hohe Fruchtbarkeit der Böden im Dschungel durch die Vulkanasche.

Kakaob-ume-compressor-compressor  IMG_20170216_093141

 

Um aber das Leben der einfachen Menschen ein wenig zu verbessern hat sich eine engagierte Frau Umul Khairi gekümmert und gemeinsam mit 20 Landfrauen im vergangenen Jahr eine Kooperative gegründet. Sie ist auch Initiatorin des ökologisch nachhaltig produzierenden Projekts des Luwak Kaffees mit wildlebenden Fleckenmusang.

Die Regierung unterstützt dieses Projekt, um diese besonderen Produkte nach internationalem Standard in Hallen zu trocknen, zu rösten, mahlen oder schneiden, auch zu exportieren. Allein mit dem lokalen Markt können die Bauern nie die Preise erzielen, um ihren Lebensstandard etwas zu verbessern. Wir haben uns als erste Importeure eingetragen und werden diese Produkte demnächst direkt vor Ort beziehen.

Zimtbauern-compressor  Miniankabau-home-compressor

 

     Cassia Zimt bei der Ernte                                               Ein traditionelles Haus der Miniangkabaus auf Sumatra

 

Wir werden weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die Ressourcen die sie haben, nachhaltig für sich zu nutzen und freuen uns, dass wir durch unser kleines Engagement mithelfen können, eine traditionelle Lebensart zu fördern und zu erhalten. Besonders beeindruckend fanden wir die Freundlichkeit der Bauern und die Einladung in ihre Häuser auf eine Tasse Tee oder Kaffee.

Produkte aus Westsumatra: 

  • Indonesischer Zimt ist dem Ceylon Zimt sehr ähnlich.
  • Gewürznelken
  • Muskatnuss
  • Koriandersamen
  • Weißer Kardamom
  • Schwarzer Kardamom
  • Andalimanpfeffer
  • Andalimanblätter
  • Kakao
  • Arrabica Kaffee
  • Robusta Kaffee
  • Mangostan
  • Rohrzucker
  • Kopi Luwak ( Katzenkaffee)
  • Indischer Lorbeer
  • Kurkumablätter
  • Kubebenpfeffer

    
 

 

 

 

                                                        

    

 

 

Unsere Reise durch Nordvietnam

Dank unserer Freunde Ly und Cong in Dresden, hatten wir das Glück mit einem vietnamesischen Begleiter durch die verschiedenen Bergprovinzen die noch unbekannten Regionen Nord-Vietnams zu entdecken. Mr. Minh Giang und Mac Xuno Tap aus Hanoi führten uns durch Serpentinen entlang der hohen Berge der Provinzen Moc Chau, Suoi Giang, Yen Bay und Long Sun.

Moc-Chau-h-compressor

 Olong Teeplantagen in Moc Chau

Unsere erste Tour führte uns in die Berge von Moc Chau, hier befindet sich ein wichtiges landwirtschaftliches Zentrum, sie liegt etwa 1400 m über dem Meeresspiegel, im Umland befinden sich zahlreiche wunderschön angelegte Teefelder und auch zahlreiche Maulbeerplantagen für die Seidenproduktion.

Markt-Moc-Chau-compressor Yen-Bai-compressor  H-hnerverpackung-compressor

In der Umgebung gibt es viele kleine Dörfer, die von den zahlreichen ethnischen Volksgruppen Vietnams bewohnt werden. Neben der Landwirtschaft und Viehzucht leben die Menschen hier inzwischen auch immer mehr vom wachsenden Tourismus, denn die traumhafte Landschaft die atemberaubend schön in Terassenfelder und Hügeln angelegt wurde, vermittelt eine Bilderbuchoptik.

Junge-Leute-in-Vietnam-compressor    jg-Teebauern-in-Moc-Chau-compressor  Homestay-in-Moc-Chau-compressor

Unter anderem werden große Mengen der Tee-Sorte Olong für Taiwan und Japan angebaut, eine der mildesten und geschmackvollsten Grünteesorten. Aber auch viele verschiedene einheimische vietnamesische Teesorten findet man hier, die auf dem lokalen Markt in großen Mengen konsumiert werden. Grüner Tee wird hier zu jeder Tageszeit in einer Zeremonie gereicht.

 

Wir wurden mehrmals in kleine Homestay zum Essen eingeladen und konnten uns durch die heimische Küche durchprobieren. Zahlreiche Spezialitäten findet man in dieser Region, welche Gerichte wir so noch nie in Vietnam gegessen haben. Neben ausgesprochen leckerem Gemüse, wie Weißkohl, der nur geschnitten und roh so zart und geschmackvoll war, dass wir ihn am liebsten roh gegessen haben. Dieser wurde mit kleingeschnittenem Fleisch, Kräutern und Lauch eingewickelt und in eine Paste mit Mac Ken Pfeffer und Chili gedippt, super lecker! Eine Rettich Art, die den bei uns weißem Rettich ähnelt, aber zuckersüß schmeckt, kleine frittierte Flussfische, die auch mit Kopf total lecker waren, gab es so viel Interessantes zu entdecken.

Essen-bei-den-Thais-compressor

Zu jeder Mahlzeit wird auch der selbstgemachte Reiswein, der hier mit Wurzeln und Blätter eingelegt als Medizin angepriesen wurde, gereicht. Normal aber immer nur ein kleines Gläschen zu jeder Mahlzeit, man sollte sich nicht verführen lassen. Ach, noch ein tolles Erlebnis auf dem Markt, unsere beiden Begleiter zeigen uns Reis in Bambusröhrchen, die über offenem Feuer im Topf mit Wasserdampf gegart werden, der Klebereis wird aus dem Bambusrohr geschält und gegessen wie eine Banane, Die offenen Enden des Bambusrohrs werden mit verschiedenen Blättern der Urwaldpflanze verschlossen, so geben die Blätter den herzhaft aromatischen Geschmack.

 

 

   

 

 Bambus-Reis-Kopie-compressor

Ein Reisgericht für die Bauern als Wegzehrung, natürlich verpackt im Bambusrohr

 

Dazu gab es einen Tee worin die Maiskolben gegart wurden, auch dieser hatte einen lieblichen Geschmack. Hier in den Bergen wird noch alles in Naturmaterialien, wie Bananenblätter und Bambuskörben verpackt, es ist noch keine Plastiktüte angekommen, alles was an Naturabfällen anfällt wird verbrannt und somit kennt man hier kaum das Müllproblem. Ob sie es schaffen sich gegen diesen Verpackungsmüll zu wehren?

 

Unser Interesse liegt aber mehr an unserem Tuyet Shan Tee aus den höchsten Bergspitzen weiter im Norden, in den Gebieten Suoi Giang und Yen Bai, so ging unsere Tour am nächsten Tag weiter. Die Bevölkerung lebt hier noch mehr von der Außenwelt abgeschnitten, zumal die Wege hierher schon sehr kompliziert und schwierig sind. Es wird hier fast alles mit Moped oder zu Fuß transportiert. Mit dem Jeep hatten wir schon Probleme die schmalen Serpentinen entlang zu kommen. Die Schulkinder müssen mehrere Stunden Zeit täglich für ihren Schulweg einplanen.

IMG_0007                                                      100 jährige Teebäume im District Suoi Giang, Yen Bai

Sie leben nach wie vor in sehr bescheidenen Verhältnissen und fast ausschließlich vom Gemüse- und Obstanbau und von dem was in den Wäldern wächst. Auf ihren kleinen Märkten entlang der Strasse fanden wir auch den Mac Khen Pfeffer, ein wilder Szechuanpfeffer, der wieder ein ganz anderes Aroma wie der Timut-, Andalimanpfeffer und der chinesische Szechuanpfeffer hat. Die Mac Khen Bäume haben wir hier im Nebel nicht sehen können, dafür aber eine Woche später bei unseren Wanderungen auf der Insel Cat Ba, die größte Insel der Ha Long Bucht mit einem großen Naturschutzgebiet, indem sich viele seltene Pflanzen- und Tierarten befinden, unter anderen auch der Mac Khen Pfeffer.

    Mac-Khen-compressor             Mac-Khen-Baum-compressor

     Mac Khen Pfeffer

Sehr interessant war auch das rotbraune Gewürzpulver, was wir bei den Frauen auf dem Markt probiert haben. Uns kam der Geschmack bekannt vor, aber auf Grund der einheimischen Bezeichnung „Bot Chua“ konnten wir es uns nicht übersetzen und zuordnen. Im Laufe der Weiterfahrt probierten wir immer wieder, weil uns der Geschmack bekannt vor kam, durch die säuerliche Note erkannten wir es als eine Art von „Sumach“, wie wir ihn aus der Türkei kennen. Oh je, jetzt mussten wir die nur wenigen Kilometer zurück und nahmen gleich 2 Kilo dazu, denn diese Sumach Bäume gibt es nur hier in den Bergen von Yen Bay, die freundlichen jungen Marktfrauen waren überglücklich über dieses gute Geschäft.

Markt-in-Yen-Bay-compressor     Tuyet-Shan-B-ume-compressor

 Markt in der Region bei Yen Bai                                      Teebäume in der Provinz Suoi Giang

 

Im Gebiet der Provinz Suoi Giang wird traditionell seit etwa 1000 Jahren Grüner Tee der Sorte „Tuyet Shan“ angebaut. Aber nicht in diesen optisch geordneten Hecken, wie man das von den in der Kolonialzeit angelegten Teeplantagen her kennt, sondern hier wachsen die Tee Bäume, die mitunter mehrere hundert Jahre alt sind in wilder Natur. Sie wirken in den wolkenverhangenen Bergen nahezu mystisch. Aufgrund der sehr hohen Lage, ca. 1400 m über dem Meeresspiegel, sind die Tee Bäume nicht so anfällig gegen Schädlingsbefall, die Temperaturen sind hier deutlich niedriger, so dass keine Pestizide eingesetzt werden müssen. Das zeichnet auch die besondere Qualität aus. Das Alter der Bäume lässt eine tiefe Verwurzelung zu und dadurch ist ein sehr hoher Mineralstoffgehalt gewährleistet und wir finden hier keine Monokultur, da die Bäume weit auseinander stehen und andere Pflanzen die Tee Bäume umgeben und für Balance in der Natur sorgen.

Tuyet-shan-2-compressor  IMG_0009

Wir sind im Februar und da es hier auch die 4 Jahreszeiten gibt, befanden wir uns gerade im „Winter“. In dieser Zeit wird noch nicht gepflückt, erst im März bilden sich die frischen Teesprossen, nur die werden für den Tee verwendet. Die wertvollste Sorte ist Pflückung  im März und die letzte im Spätherbst. Ansonsten werden die Blattknospen über die Vegetationsphase vom März bis Oktober immer in den frühen Morgenstunden geerntet, die geschickten Pflückerinnen sammeln die Teeknospen in ihren Körben auf dem Rücken und bringen über extrem steile Hänge und komplizierten Fußwegen täglich ihre kleine Ernte ins Tal, dort werden sie gesammelt und in die Teefabrik gebracht, um dann traditionell geröstet und getrocknet zu werden. Einen Besuch in der Teefabrik haben wir für das nächste Jahr eingeplant.

 

Durch Mr.Giang hartnäckiges Nachfragen bei den Bauern, fanden wir auch einen Bauern mit Zimtbäumen. In Vietnam wird eher eine recht unbedeutende Sorte angebaut, wir waren daher eher auf der Suche nach den Zimtblüten, leider konnten sie uns da nicht weiterhelfen. Die Zimtrinde hier ist sehr stark und lässt sich nur gemahlen oder geschrotet weiter verarbeiten oder eben in sehr grobe Stücke bekommt man sie. Nur selten findet man hier in Vietnam eine gute Sorte Cannehl Zimt, die sehr süß und intensiv schmeckt. (z.B. für Zimt Tee und Pho Bo-Suppe). Wir haben sie nicht gefunden, aber wir bleiben daran.

 

 

Nach einer kurzen Nachtruhe ging es am 3. Tag weiter in den äußersten Nordosten an die chinesische Grenze, in die Provinz Lang Son.

Hier bekommen wir Kontakt zu den Sternanisbauern, von Hanoi nach Lang Son besteht eine gute Verbindung über einen Highway, so dass wir die 150 km recht schnell fahren konnten. Die Provinz Lang Son wird hauptsächlich mit traditioneller Lebensweise der Tay Bevölkerung, die aus China eingewandert ist, geprägt. Die Häuser werden traditionell aus Holz und auf Stelzen gebaut und in ihnen befindet sich ein großer Raum, wo die Küche und Schlafräume nur durch Vorhänge geteilt sind. Der Lebensstil ist durch die Landwirtschaft geprägt, es ist eine sehr fruchtbare Gegend, Obst, Gemüse und Reisanbau ist Haupterwerbszweig und wird durch Kooperativen staatlich unterstützt. Hier haben wir die besten „Pomelos“ kennen gelernt, die wir je gegessen haben, sie hatten noch diese angenehm bittere Note! Die Produkte gehen in die großen Städte und vieles wird aber auch über die chinesische Grenze gehandelt und weltweit exportiert.

Aber unser Interesse gilt hier den einzigen Sternaniswäldern Vietnams. Durch Recherchen wussten wir, dass im Norden Vietnams während der französischen Kolonialzeit Sternanis angepflanzt wurde.

Sternanis-compressoriBO5AS9LxbNSU

 Gut 100 Jahre ist es her, dass die Kolonialherren ein großes Gebiet mit Sternanis bepflanzt haben, um Europa mit diesem besonderen Gewürz, was wir besonders in der Weihnachtszeit lieben, zu versorgen. Sternanis kommt ursprünglich aus den Bergen Südchinas, so ergab sich hier in Nordvietnam eine ideale Voraussetzung. Unser Bauer hat diesen Wald, ein recht großes Areal, von seinen Großeltern geerbt und die letzten Jahre den Wald wieder mehr bewirtschaftet und möchte seinen Sternanis zu einem vernünftigen Preis verkaufen, sonst lohnt sich der Aufwand der mühseligen Ernte nicht. In den letzten Jahrzehnten haben die chinesischen Händler die Bauern im Preis so gedrückt, dass sich die Ernte für sie nicht mehr gelohnt hat und die Wälder immer mehr verwahrlost sind. Wir versuchen jetzt einen Markt für einen unbehandelten Sternanis in Deutschland zu finden, der einen ausreichenden Absatz zu einem fairen Preis gegenüber den Bauern gewährleistet.

 

          Gr-ner-Sternanis-compressor    Sternanisbl-te-compressor

 

Sternanis- Frucht und Blüte

Sternanis wirkt sehr gesundheitsfördernd, d.h. schleimlösend, entzündungshemmend und verdauungsfördernd. In der traditionellen chinesischen Medizin wird dieser auch zur täglichen Ernährung empfohlen. Die Nordvietnamesische Küche ist der Chinesischen und Koreanischen sehr ähnlich. Siehe Chinesische-Fünf-Gewürzmischung und vietnamesische-Fünf-Gewürzemischung passt wunder bar zu Gemüsepfannen, Reisgerichten, Suppen, Fisch- und zu Fleischgerichten. Sternanis ist ein Muss zur vietnamesischen Pho Bo Suppe, zum Hot Pot, Weihnachtsgebäck, Glühwein, Likören und auch in der Herstellung von Tinkturen gegen Husten und Heiserkeit unverzichtbar.

Nun seid gespannt auf unsere nächste Gewürzreise.

„Gehen Sie doch dahin, wo der Pfeffer wächst…“

wünscht man jemandem, wenn man wütend ist, in unserem Fall laden wir Sie ein zu einer Exkursion auf die Pfeffer-Insel Phu Quoc und Sie erfahren viel mehr über Pfeffer und können die Ernte direkt mit erleben.

Pfeffergarten-auf-Phu-Quoc-Kopie-compressor

Ein Pfeffergarten im Norden von der Insel Phu Quoc in der Nähe von Cua Can

Die Insel Phu Quoc befindet sich auf dem 17. Breitengrad oberhalb des Äquators in Südvietnam, sehr nah an der Kambodschanischen Grenze. Pfeffer gedeiht nur bis zum 20. Breitengrad nördlich oder südlich des Äquators, er ist eine Rankenpflanze und kann an Urwaldbäumen bis 40m in die Höhe ragen. Kultiviert wird Pfeffer in Gärten mit ca. 2000 Pflanzen, etwa 8-12 Pflanzen an Holzgerüsten oder Betonsäulen ca. 3-4m hoch gestützt angepflanzt.

Junge-PfefferpflanKopie-compressor

 Junge Pfefferpflanzen

Die Pfefferkulturen, die wir heute kennen, stammen ursprünglich aus Südindien, von der Malabarküste. Diese Kulturen sind etwa 1000-1200 Jahre alt. Vom Anpflanzen bis zur ersten Ernte braucht der Pfeffer ca. 9 Monate, bei idealen Bedingungen hat man sogar 2 Ernten im Jahr. Erntezeit ist während der Trockenzeit, das heißt ab November bis Ende April. Die Länder Vietnam, Indien, Sri Lanka, Malaysia, Kambodscha, Indonesien und China sind Hauptexporteure. Die Großplantagen in Zentralvietnam haben inzwischen den größten Anteil beim Export nach Deutschland, dieser wird ohne Angabe des Herkunftsland im Großhandel angeboten und in der Lebensmittelindustrie verarbeitet.

Auf der Insel Phu Quoc befinden sich höchstens noch 30 bis 40 kleine Pfeffergärten, die zum Teil noch aus der französischen Besetzung Indochinas stammen, aufgrund der besonders fruchtbaren Böden und der Berge in Nähe der Küstenregionen staut sich die feuchte Meeresluft in den Tälern in der Erntezeit, somit können die Pfefferfrüchte bis zur Ernte vollkommen ausreifen.

 

In den meisten Anbaugebieten ist die Luft in der Trockenzeit während des Reifeprozesses des Pfeffers sehr trocken, so dass die Pfefferfrüchte schon vor dem Ausreifen vertrocknen. Es gibt 4 verschiedene Reifegrade beim Pfeffer und dabei entstehen vollkommen unterschiedliche Aromen:

Gr-ner-Pfeffer-Kopie-compressor

          Grüner unreifer Pfeffer

 Reife-Pfefferfr-chte-compressor

                Teilweise ausgereifter Pfeffer

Den grünen Pfeffer verwendet man wie Kräuter frisch in der Küche, Durch den Flugverkehr kann man ihn inzwischen auch ab und an in gutsortierten Märkten in Europa finden, da er aber nur wenige Tage haltbar ist, eher selten. Grüner Pfeffer wird auch gefriergetrocknet oder eingelegt in Essig oder Salzlake angeboten. Wir haben uns entschieden, den frischen grünen Pfeffer trocken in Meersalz zu fermentieren, wie bei uns in Europa Kräuter fermentiert werden. Dadurch bleiben sein Geschmack, die sanfte Schärfe und die knackig- frische Konsistenz sehr gut erhalten, lediglich die grüne Farbe geht etwas verloren. Schwarzer Pfeffer ist die Variante, die weltweit am gefragtesten ist, dafür werden die halbreifen hellgrüne bis gelbe Pfefferfrüchte geerntet, diese haben dann schon einen Kern mit viel Piperin, dem Hauptwirkstoff des Pfeffers, und mit dem Fruchtfleisch entsteht durch das langsame Trocknen in der Sonne und der hohen Luftfeuchtigkeit eine Fermentation, die sich im besonderem Aroma bemerkbar macht. Dieser aufwendige Trocknungsprozess findet nur in kleinen Pfeffergärten in mühseliger Handarbeit statt. In Großplantagen wird der Trocknungsprozess maschinell über Trocknungsanlagen in kurzer Zeit vollzogen, so können sich aber nicht die tollen Aromen entwickeln. Weiterhin spielt auch der Anteil der Mineralien im Boden, die Klimatischen Bedingungen und auch die manuelle Behandlung bei der Ernte eine große Rolle beim Pfefferanbau. Ein guter Pfeffer wird nach Reifegrad selektiert und handverlesen nach dem Trocknen die hohlen und stumpf aussehenden Pfefferkörner aussortiert.

Quynh-und-Phuong-beim-Pfeffer-Kopie-compressor        Phu-Quoc-Kambodscha-024-compressor

Junge Pfefferbäuerinnen beim Ernten des Pfeffers

 

Echter Roter Pfeffer ist eine Rarität, schon die 4. Pfeffersaison erleben wir hier auf Phu Quoc, viele kleine Pfeffergärten findet man im Norden der Insel in der Nähe des Nationalparks. Ende des 19. Jahrhunderts war Indochina von Frankreich als Kolonie besetzt. Die damaligen Kolonialherren erkannten im Süden von Kambodscha und auf der Insel Phu Quoc, die damals noch zu Kambodscha gehörte, ideale Bedingungen für den Pfefferanbau. Aufgrund der Bergketten entlang der Küsten, staut sich die feuchte Meeresluft über den Tälern auch in der Trockenzeit , so hat der Pfeffer während der Reifezeit genügend Feuchtigkeit um das rote Fruchtfleisch bis zur völligen Reife zu bilden. Außerdem enthält der Boden aufgrund der Nähe zum Mekong-Delta besondere Mineralien, die einen großen Einfluss auf den Geschmack des Pfeffers ausüben.

 Pfeffer-PQKopie-compressor  Roter-und-weisser-Pfeffer-beim-Trocknen-compressor

 

Das Nachtrocknen erfolgt auf diese Bambusschalen

Die roten Pfefferbeeren werden von den Rispen sortiert abgenommen, dann genauso in der Sonne getrocknet wie der schwarze Pfeffer, durch seine Reife bekommt er ein sehr fruchtiges, süßes Aroma, man schmeckt sogar Kakao-Aromen heraus und enthält eine intensive Schärfe. Weißer Pfeffer, in den meisten Pfefferregionen vertrocknet das Fruchtfleisch während des Ausreifens schon am Pfefferkern, diese werden dann im fließenden Wasser ca. 14 Tage eingeweicht und gründlich von den Fruchtrückständen gereinigt. Durch den Einsatz von pflanzlichen Enzymen, wird dieser Prozess unterstützt, je sauberer das weiße Pfefferkorn ist, umso klarer und intensiver der Pfeffergeschmack. Reinigt man den weißen Pfeffer nur unzureichend hat er eher einen muffigen Geruch und Geschmack, das ist leider oft bei Großplantagen der Fall. Weißer Pfeffer enthält den höchsten Anteil an Piperin und ist somit am schärfsten. Gute Qualitäten erkennt man schon an der Optik, ist die Farbe sehr grau oder braun, sollte man eine Geruchsprobe machen. Wir beziehen weißen Pfeffer von einzelnen Bauern auf Phu Quoc und von Sri Lanka dort findet man die besten Qualitäten des weißen Pfeffers.

Phu-Quoc-Kopie-compressor

 

Die Pfefferbauern beim Verkaufsgespräch mit französischen Touristen

Durch unsere Erfahrungen haben wir Kontakte zu besonders guten Pfefferlieferanten auf der Insel bekommen und können Ihnen die beste Qualität sortenrein aus einzelnen Pfeffergärten liefern.

Roter-Phu-Quoc-Pfeffer-compressor

  Frische Ernte Roter Pfeffer von der Insel Phu Quoc

Getrocknete Pfefferkörner trocken und dunkel lagern, so sind sie ohne weiteres 5 bis 7 Jahre haltbar. Pfeffer immer erst kurz vorm Verwenden frisch mahlen oder zerstoßen, sonst gehen die wertvollen Aromen schnell verloren.

Zuletzt angesehen