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Von Kleinbauern
Traditioneller Anbau
Ursprungsqualität
Fair für Alle
Verantwortung für die nächsten Generationen

Apfelmus wie früher – unser Familienrezept mit der Flotten Lotte

Ein Rezept braucht nicht viele Zutaten und keine komplizierte Technik, um gut zu sein. Dieses Apfelmus haben wir im Grunde schon vor mehr als 50 Jahren so kennengelernt. Wir kennen noch die Selbstversorgung auf den Bauernhöfen in Deutschland bis in die 1990er Jahre.

Die Äpfel werden nicht geschält und auch das Kerngehäuse muss nicht mühsam herausgeschnitten werden. Nach dem Kochen übernimmt die Flotte Lotte diese Arbeit. Schalen, Kerne und die ganzen Gewürze bleiben beim Passieren zurück – und darunter entsteht ein wunderbar feines Apfelmus.

Zutaten für etwa 1 kg Äpfel

  • 1 kg Klaräpfel oder andere Äpfel
  • 100 ml Wasser
  • 1 kleine Stange Saigon-Zimt
  • 2–3 rote Gewürznelken
  • 1 Sternanis
  • etwas echte Vanille
  • bei säuerlichen Äpfeln nach Geschmack brauner Karamellzucker

Für unsere 12 kg Klaräpfel haben wir entsprechend etwa 1,2 Liter Wasser verwendet und die Gewürzmenge an den großen Topf angepasst.

Vorbereitung

Die Äpfel gründlich waschen. Stiele und Blütenansätze entfernen und die Früchte je nach Größe vierteln oder in grobe Stücke schneiden.

Schale und Kerngehäuse bleiben dran.

Das spart nicht nur jede Menge Arbeit – genau dafür haben wir später unsere Flotte Lotte.

Apfelmus kochen

Die vorbereiteten Äpfel zusammen mit dem Wasser in einen ausreichend großen Topf geben.

Saigon-Zimt, Gewürznelken, Sternanis und Vanille direkt zu den Äpfeln geben. So können die ganzen Gewürze während des Kochens langsam ihr Aroma abgeben.

Alles aufkochen und anschließend bei mäßiger Hitze etwa 30 Minuten weich kochen. Zwischendurch umrühren, damit am Topfboden nichts ansetzt.

Die genaue Kochzeit hängt von der Apfelsorte und der Größe der Stücke ab. Die Äpfel sind fertig, wenn sie vollständig weich geworden sind und sich leicht zerdrücken lassen.

Und jetzt kommt die Flotte Lotte. 

Wer kennt sie noch? 

Die Flotte Lotte war früher in vielen Küchen ein ganz selbstverständlicher Helfer. Ohne Strom, ohne Messer und ohne komplizierte Technik lassen sich damit gekochtes Obst und Gemüse wunderbar passieren. 

Die noch warmen, weich gekochten Äpfel portionsweise mitsamt der Kochflüssigkeit durch die Flotte Lotte drehen. Schalen, Kerne und auch die gröberen Bestandteile der Gewürze bleiben zurück.

Durch das Sieb läuft ein wunderbar glattes, feines Apfelmus. 

Und genau an diesem Punkt probieren wir.

Erst jetzt entscheiden wir über den Zucker

Bis hierher haben wir überhaupt keinen Zucker verwendet.

Viele süße Apfelsorten brauchen auch später keinen. Klaräpfel sind allerdings deutlich säuerlicher. Deshalb geben wir in das fertig passierte Mus nach Geschmack etwas braunen Karamellzucker.

Bei unserer Menge reichen meist schon wenige Esslöffel, um die Säure abzurunden. Wir mögen das Apfelmus lieber fruchtig als übermäßig süß.

Deshalb gilt: erst probieren, dann süßen.

Apfelmus einkochen – so machen wir es seit Jahrzehnten

Wenn Ihr das Apfelmus nicht unmittelbar verbraucht, könnt Ihr daraus einen kleinen Vorrat für die kommenden Monate machen.

Unser fertiges Apfelmus füllen wir in zuvor gründlich gereinigte und ausgekochte Schraubgläser. Für unsere Vorräte verwenden wir neue, einwandfreie Deckel und verschließen die Gläser sorgfältig.

Den Boden unseres großen Einkochtopfes legen wir mit einem Leinentuch aus und stellen die verschlossenen Gläser darauf. Anschließend geben wir etwa 8 cm Wasser in den Topf.

Das Wasser wird erhitzt und die gefüllten Gläser werden bei 100 °C für 30 Minuten eingekocht. Die Einkochzeit rechnen wir ab dem Zeitpunkt, an dem die entsprechende Temperatur erreicht ist.

Anschließend nehmen wir die Gläser vorsichtig heraus und lassen sie ungestört abkühlen. Nach dem vollständigen Erkalten kontrollieren wir, ob sich bei jedem Glas ein zuverlässiges Vakuum gebildet hat. Gläser, die nicht richtig verschlossen sind, kommen in den Kühlschrank und werden zeitnah verbraucht.

Hinweis: Diese Vorgehensweise ist unsere traditionelle Methode, mit der wir Apfelmus seit vielen Jahren für unseren eigenen Vorrat einkochen. Wer Lebensmittel für eine längere Lagerung einkocht, sollte zusätzlich die aktuellen Empfehlungen zur sicheren häuslichen Haltbarmachung und die Angaben des jeweiligen Glasherstellers beachten.

Was essen wir zu unserem Apfelmus?

Natürlich schmeckt es ganz einfach pur – oder als Kompott mit einer feinen Vanillesauce.

Aber zwei Gerichte gehören für uns unbedingt dazu:

Kartoffelpuffer mit selbstgemachtem Apfelmus
Knusprig gebraten, herzhaft und dazu das fruchtig-säuerliche Mus – ein Stück klassische Hausmannskost.

Gedeckter Apfelmuskuchen
Ein Rezept, das wunderbar zeigt, wie aus einem Vorratsglas Apfelmus später mit wenigen Zutaten wieder etwas ganz Neues entsteht.

Beide Rezepte werden wir in den nächsten Tagen zubereiten und hier im Rezeptblog ergänzen.

Ein Stück altes Küchenwissen

Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb wir solche Rezepte so gerne weitergeben.

Es geht nicht darum, alles genauso zu machen wie vor 50 Jahren. Aber manches war erstaunlich einfach und sinnvoll: ernten, was gerade reif ist, möglichst wenig davon verschwenden, Vorräte anlegen – und mit einfachen Küchengeräten arbeiten, die manchmal ein ganzes Leben lang halten.

Unsere Flotte Lotte gehört für uns genau dazu.

Und vielleicht steht bei dem einen oder anderen von Euch auch noch eine hinten im Küchenschrank. Jetzt wäre die richtige Zeit, sie wieder hervorzuholen.