Kartoffelpuffer wie früher – 3 Rezepte von klassisch bis herzhaft
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Kartoffelpuffer wie früher – ein Klassiker, drei Rezepte und ganz viel Spielraum
Kartoffelpuffer kennt wahrscheinlich fast jeder in Deutschland. Außen knusprig, innen saftig und frisch aus der Pfanne – für uns gehören sie zu den einfachen Alltagsgerichten, mit denen viele Erinnerungen verbunden sind.
Aber wann habt Ihr Kartoffelpuffer zuletzt wirklich selbst gemacht?
Dabei braucht es für das ursprüngliche Rezept erstaunlich wenig. Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, etwas Mehl und Salz – mehr steht auch in meinem rund 50 Jahre alten Kochbuch nicht.
Genau dieses alte Grundrezept hat uns auf eine Idee gebracht: Wie unterschiedlich kann man eigentlich Kartoffelpuffer zubereiten?
Sehr unterschiedlich, wie sich zeigt.
Neben dem klassischen Grundrezept möchten wir Euch deshalb zwei Varianten vorstellen, die wir selbst besonders gern mögen: eine sächsische Variante mit Quark, Kümmel und etwas braunem Zucker sowie unsere heutige glutenfreie Kartoffel-Gemüse-Variante mit rotem Phu Quoc Pfeffer und einem frischen Tzatziki mit Limette.
Drei Rezepte, die auf derselben einfachen Idee beruhen – und trotzdem ganz unterschiedlich schmecken.
1. Das Grundrezept aus meinem alten Kochbuch
Beginnen wir dort, wo alles anfängt: bei einem ganz schlichten Kartoffelpuffer.
Zutaten
1,5 kg mehligkochende Kartoffeln
1 Gemüsezwiebel
½ TL Steinsalz
4 EL Mehl
3 Eier
Öl oder Bratfett zum Ausbacken
Zubereitung
Kartoffeln schälen und zusammen mit der Gemüsezwiebel fein reiben. Salz, Mehl und Eier dazugeben und alles zu einer gleichmäßigen Masse verrühren.
Etwas Öl oder Bratfett in einer Pfanne erhitzen. Portionsweise Kartoffelmasse hineingeben und zu kleinen Puffern von etwa 10–12 cm Durchmesser formen.
Von beiden Seiten goldbraun und knusprig ausbacken und möglichst direkt aus der Pfanne servieren.
Dazu passt natürlich der Klassiker schlechthin: selbstgemachtes Apfelmus
2. Sächsische Kartoffelpuffer mit Quark und Kümmel
Schon unsere zweite Variante zeigt, wie sehr sich ein einfaches Kartoffelgericht verändern kann.
Diese Rezeptur kennen wir aus Sachsen. Hier kommen weder Eier noch Mehl in die Masse. Dafür sorgen Magerquark, echter Kümmel und etwas brauner Zucker für einen ganz eigenen Charakter.
Zutaten
1 kg Kartoffeln
1 Gemüsezwiebel
1 TL Echter Kümmel
½ TL Steinsalz
1 EL brauner Zucker
250 g Magerquark
Öl oder Bratfett zum Ausbacken
Zubereitung
Kartoffeln und Gemüsezwiebel fein reiben.
Den Kümmel frisch im Mörser zerstoßen oder mahlen. Zusammen mit Steinsalz, braunem Zucker und Magerquark unter die Kartoffelmasse rühren.
Portionsweise in heißem Bratfett zu kleinen Puffern ausbacken, bis sie auf beiden Seiten schön goldbraun und knusprig sind.
Und was kommt dazu?
Wir mögen dazu am liebsten selbstgemachtes Apfelmus oder ein anderes Fruchtkompott. Wer möchte, gibt noch etwas braunen Zucker über die frisch gebackenen Kartoffelpuffer.
Die Kombination aus Kartoffeln, Kümmel, Quark und fruchtiger Süße ist einfach, aber wunderbar aromatisch.
3. Unsere glutenfreien Kartoffel-Gemüse-Puffer
Und dann kommt die heutige Masawi-Küche ins Spiel.
Wir haben die Grundidee weiterentwickelt und daraus eine herzhafte, glutenfreie Variante gemacht. Kartoffeln treffen auf Zucchini, Möhren und Solo-Knoblauch. Pfeilwurzelmehl übernimmt die Bindung und frisch geriebene Muskatnuss sowie roter Phu Quoc Pfeffer bringen Würze ins Spiel.
Zutaten
1,5 kg vorwiegend festkochende Kartoffeln
1 kleine Zucchini
1–2 Möhren
1 Gemüsezwiebel
1 Solo-Knoblauch
4 EL Pfeilwurzelmehl
1 TL Steinsalz
2 Prisen frisch geriebene Muskatnuss
½ TL grob gemahlener roter Phu Quoc Pfeffer
hitzestabiles Rapsöl zum Ausbacken
Zubereitung
Kartoffeln, Zucchini und Möhren fein raspeln. Gemüsezwiebel und Solo-Knoblauch ebenfalls fein reiben.
Falls Kartoffeln und Zucchini sehr viel Flüssigkeit abgeben, die Masse etwas ausdrücken oder überschüssige Flüssigkeit abgießen, bevor man die Pfeilwurzelmehl und die Zutaten dazugibt.
Alles miteinander vermengen. Dann Pfeilwurzelmehl, Salz, Muskatnuss und roten Phu Quoc Pfeffer dazugeben und gründlich unterheben.
Rapsöl in einer Pfanne erhitzen und die Kartoffel-Gemüse-Masse portionsweise hineingeben. Etwas flach drücken und von beiden Seiten knusprig ausbacken.
Dazu: unser Tzatziki mit Limette
Zu unserer herzhaften Variante mögen wir besonders einen selbstgemachten Tzatziki. Statt ihn kompliziert zu würzen, bringen Solo-Knoblauch und eine Limette ordentlich Frische hinein.
Zutaten
500 g griechischer Sahnejoghurt
1 Salatgurke
1 Solo-Knoblauch
1 Bio-Limette
Steinsalz
frisch gemahlener Pfeffer
Zubereitung
Salatgurke fein reiben, leicht mit Salz bestreuen und etwas ziehen lassen. Anschließend die Flüssigkeit gut ausdrücken.
Solo-Knoblauch fein reiben. Etwas Schale der Limette abreiben und anschließend den Saft auspressen.
Gurke, Knoblauch, Limettenabrieb und Limettensaft unter den Joghurt rühren und mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
Wer Zeit hat, lässt den Tzatziki vor dem Essen noch etwas durchziehen.
Kartoffelpuffer müssen nicht immer Kartoffelpuffer bleiben
Gerade unsere dritte Variante zeigt, wie wandelbar dieses einfache Gericht ist.
Backen wir die Puffer etwas kleiner, verwenden wir sie auch gern wie Kartoffelrösti als Beilage zu anderen Gerichten. Mit Tzatziki und einem frischen Salat werden sie dagegen zu einer unkomplizierten herzhaften Mahlzeit.
Und selbst unsere Gemüsevariante schmeckt mit selbstgemachtem Apfelmus erstaunlich gut.
Alte Rezepte dürfen sich verändern
Vielleicht ist genau das der Grund, warum wir so gern in alten Kochbüchern stöbern.
Es geht uns nicht darum, jedes Rezept genauso zu kochen, wie es vor 50 Jahren aufgeschrieben wurde. Viel interessanter finden wir die Frage:
Was können wir aus dieser alten Idee heute machen?
Aus Kartoffeln, Zwiebeln und wenigen weiteren Zutaten entstehen drei völlig unterschiedliche Gerichte. Einmal ganz klassisch, einmal sächsisch mit Quark und Kümmel und einmal als würzige, glutenfreie Gemüsevariante.
Das Grundprinzip bleibt – die Küche entwickelt sich weiter.
Und vielleicht ist das auch eine schöne Art, alte Alltagsgerichte zu bewahren: nicht nur darüber zu sprechen, sondern sie wieder zu kochen und dabei ruhig etwas Eigenes daraus zu machen.
Probiert es aus – und erzählt uns gern: Wie werden Kartoffelpuffer bei Euch zu Hause gemacht?