Bratwurst selber machen – traditionelle Wurst mit richtig guten Gewürzen
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Traditionelle Bratwurst selber machen – unsere Masawi-Rezeptur mit vielen Gewürzen
Manchmal reisen wir weit durch Asien, entdecken neue Gewürze, Gerichte und Zubereitungsarten – und stellen dabei fest, wie wertvoll auch unsere eigenen kulinarischen Traditionen sind.
Deutschland ist schließlich weit über seine Grenzen hinaus für seine Wurstvielfalt bekannt. Und tatsächlich haben wir erlebt, dass unsere selbstgemachte deutsche Wurst sogar in Vietnam ausgesprochen gut angekommen ist.
Für uns liegt das Geheimnis einer guten Wurst vor allem in drei Dingen: gutes Fleisch, ausreichend Zeit und eine kräftige, ausgewogene Gewürzmischung.
Wir verwenden Fleisch von Bauernhöfen aus unserer Umgebung und würzen unsere Wurst deutlich intensiver, als man es von vielen klassischen Rezepturen kennt. Dadurch können wir mit einer vergleichsweise moderaten Salzmenge arbeiten, ohne dass es der Wurst an Geschmack fehlt.
Aus einer Grundrezeptur entstehen bei uns verschiedene Varianten: eine gebrühte Bratwurst, eine kaltgeräucherte Variante und Wurstmasse, die sich wunderbar für viele Gerichte weiterverwenden lässt.
Zutaten für ca. 3 kg Wurstmasse
Fleisch:
500 g Rindergulasch
1,25 kg Schweinebauch ohne Schwarte
1,25 kg Schweineschulter
Unsere Gewürzmischung:
30 g Pökelsalz
30 g Steinsalz
5 g Chili-Meersalz
10 g Dak-Lak-Pfeffer
10 g Echter Kümmel
10 g gelbe Senfkörner
7 g brauner Zucker
8 g getrockneter Knoblauch
15 g getrocknete Zwiebeln
5 g Piment
10 g Thüringer Majoran
5 g Macis
Außerdem benötigt Ihr Naturdärme. Wir verwenden Schweinedärme im Kaliber 30/32.
1. Das Fleisch vorbereiten und würzen
Das Fleisch zunächst in etwa 3–6 cm große Stücke schneiden. So lässt es sich später problemlos durch den Fleischwolf geben.
Die ganzen Gewürze in einer Gewürzmühle oder im Mörser fein mahlen und anschließend sämtliche Gewürze gründlich mit dem vorbereiteten Fleisch vermischen.
Nun bekommt das Fleisch etwas, das beim schnellen Kochen häufig fehlt: Zeit.
Wir lassen das gewürzte Fleisch etwa 12 Stunden im Kühlschrank durchziehen. Dadurch verbinden sich die intensiven Gewürzaromen wunderbar mit dem Fleisch.
Vor dem Wolfen kühlen wir das Fleisch nochmals sehr stark herunter. Bei uns kommt es dafür kurzzeitig in die Tiefkühltruhe, bis es sehr kalt und fest, aber nicht vollständig durchgefroren ist. Kaltes Fleisch lässt sich sauberer wolfen und Fett und Fleisch bleiben besser miteinander verbunden.
2. Wolfen und für eine gute Bindung sorgen
Das gut gekühlte Fleisch durch den Fleischwolf drehen.
Anschließend wird die Masse gründlich geknetet. Dieser Arbeitsschritt ist wichtiger, als man vielleicht vermutet: Erst durch das intensive Vermengen entwickelt die Wurstmasse ihre typische Bindung.
Sie sollte am Ende deutlich zusammenhalten und leicht klebrig werden. Wird dieser Schritt ausgelassen, kann die fertige Wurst später trocken oder krümelig wirken.
3. In Naturdärme füllen
Die vorbereitete Wurstmasse in die gewässerten Naturdärme füllen und Würste in der gewünschten Länge abdrehen.
Wir verwenden dafür Därme im Kaliber 30/32 – eine schöne Größe für klassische Bratwürste.
Und jetzt kann aus einer Grundmasse Verschiedenes entstehen.
Variante 1: Gebrühte Bratwurst
Einen Teil unserer Würste brühen wir bei ungefähr 75 °C.
In das Brühwasser geben wir zusätzlich 1–2 EL Steinsalz. So entsteht zwischen Wurst und Brühwasser ein geringeres Salzgefälle und die Wurst verliert beim Brühen weniger Würze.
Entscheidend ist, dass die Würste vollständig und sicher durchgegart werden; für reproduzierbare Ergebnisse empfehlen wir die Kontrolle mit einem geeigneten Küchenthermometer.
Nach dem Brühen die Würste rasch abkühlen lassen.
Diese Variante lässt sich anschließend sehr gut portionsweise einfrieren. So haben wir selbstgemachte Bratwurst auf Vorrat, ohne dass wir jedes Mal von vorne beginnen müssen.
Variante 2: Unsere kaltgeräucherte Wurst
Ein weiterer Teil wird bei uns traditionell kaltgeräuchert. Dafür bleiben die Würste roh und werden bei niedrigen Temperaturen im Rauch aromatisiert.
Wir arbeiten mit einem Sparbrand und mehreren langen Räuchergängen mit Ruhephasen dazwischen.
Wichtig: Kalträuchern ist keine einfache Alternative zum Durchgaren. Bei Rohwurst müssen Pökelsalzkonzentration, Temperatur, Reifung mindestens 5-7 Tage kühl trocknen, Feuchtigkeit, Hygiene und Lagerbedingungen genau aufeinander abgestimmt sein. Wer noch keine Erfahrung mit Rohwurst hat, sollte deshalb auf ein geprüftes Verfahren zur Rohwurstherstellung zurückgreifen und nicht allein nach Zeit und Rauchtemperatur arbeiten.
Gerade beim Räuchern zeigt sich aber wunderbar, wie viel Einfluss Zeit auf den Geschmack hat. Rauch, Fleisch und Gewürze verbinden sich zu einem Aroma, das mit einer industriell hergestellten Wurst kaum vergleichbar ist.
Und was ist mit Bratwurst im Glas?
Wir nutzen Wurstmasse auch sehr gern als Vorrat für die schnelle Küche. Sie passt beispielsweise zu:
kräftiger Tomatensauce
gebratenem Reis
Gemüsepfannen
Kartoffelgerichten
Eintöpfen und Suppen
Früher und auch heute noch wird Fleisch vielerorts im Einkochglas bei 100 °C eingekocht und teilweise am Folgetag nochmals erhitzt.
Für einen öffentlich zugänglichen Rezeptblog empfehlen wir diese Methode jedoch nicht als sichere Methode für ungekühlte Vorratshaltung. Fleisch gehört zu den säurearmen Lebensmitteln, bei denen unter Luftabschluss insbesondere Clostridium botulinum ein ernstes Risiko darstellen kann. Temperaturen eines normalen Wasserbades reichen nicht aus, um dessen Sporen zuverlässig zu zerstören.
Wer Fleisch oder Wurst ungekühlt im Glas bevorraten möchte, sollte deshalb ausschließlich ein wissenschaftlich geprüftes Verfahren für Fleisch unter Druck verwenden und die dafür vorgegebenen Zeiten, Temperaturen bzw. Druckwerte exakt einhalten.
Für unsere Alltagsküche ist die einfachste Alternative: Wurstmasse portionsweise einfrieren und bei Bedarf frisch durchgaren.
Warum wir solche Rezepte bewahren möchten
Wir lieben die Küchen Südostasiens. Viele unserer Rezepte sind auf Reisen entstanden und Gewürze aus Vietnam, Kambodscha oder anderen Regionen Asiens gehören längst zu unserer täglichen Küche.
Aber darüber möchten wir unsere eigenen Traditionen nicht vergessen.
Wurst machen, Brot backen, Fermentieren, Räuchern und Haltbar machen gehörten über Generationen zum selbstverständlichen Wissen in vielen Familien. Heute wissen wir häufig gar nicht mehr genau, was in einem industriell hergestellten Lebensmittel steckt – während wir beim Selbermachen jede einzelne Zutat bestimmen können.
Und genau deshalb macht uns dieses Rezept so viel Freude.
Unser Fleisch kommt von Bauernhöfen aus der Umgebung. Wir bestimmen selbst, wie viel Salz hineinkommt. Und vor allem können wir mit echten Gewürzen arbeiten: Majoran, Kümmel, Senf, Macis, Piment, Knoblauch und einem charaktervollen Pfeffer aus dem vietnamesischen Hochland.
Vielleicht ist genau das moderne Küche: Neues aus der Welt entdecken – und gleichzeitig das gute alte Wissen nicht verlieren.
Ja, es braucht etwas mehr Zeit als eine Packung Wurst aus dem Supermarkt zu öffnen. Im Alltag schnell kochen – aber wenn wir Zeit haben, bereiten wir Grundlagen selbst vor, von denen wir später lange profitieren. Spätestens beim ersten Bissen wissen wir wieder, warum wir uns die Arbeit gemacht haben.