Hähnchenherzen-Ragout mit Ras el Hanout, Apfel-Rotkohl und Thüringer Klößen
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Traditionelle Herbstküche trifft orientalische Gewürzkunst!
Zarte Hähnchenherzen in einer dunklen, aromatischen Schmorsoße mit unserem Ras el Hanout aus 28 Gewürzen. Dazu fruchtiger Apfel-Rotkohl und fluffige Thüringer Klöße mit knusprigen Butterkrütchen. Ein herzhaftes Wohlfühlgericht, das fast vergessene Küchentraditionen neu aufleben lässt – voller Geschmack, Wärme und Gewürzvielfalt.
Ein herbstliches Schmorgericht zwischen deutscher Küchentradition und orientalischer Gewürzkunst
Wenn die Tage kürzer werden und es draußen ungemütlich wird, lieben wir Gerichte, die langsam auf dem Herd schmoren und ihren köstlichen Duft im ganzen Haus verbreiten.
Heute haben wir einen echten Klassiker der traditionellen Küche neu interpretiert: zarte Hähnchenherzen in einer dunklen, aromatischen Schmorsoße mit unserem Masawi Ras el Hanout, dazu selbst gekochten Apfel-Rotkohl und Thüringer Klöße mit knusprigen Butterkrütchen.
Hähnchenherzen gehören zu den Lebensmitteln, die in vielen Küchen fast in Vergessenheit geraten sind. Dabei lohnt es sich, diese besondere Zutat wiederzuentdecken. Sie besitzen einen kräftigen Eigengeschmack, eine feste Struktur und harmonieren wunderbar mit aromatischen Gewürzen.
Für uns gehört zur bewussten Ernährung auch die Wertschätzung des gesamten Lebensmittels. Wer Fleisch genießt, darf durchaus auch jene Teile wiederentdecken, die unsere Großeltern noch ganz selbstverständlich zubereitet haben.
Das Besondere: Ras el Hanout mit 28 Gewürzen
Unsere selbst entwickelte Masawi-Gewürzkomposition Ras el Hanout ist von der traditionellen nordafrikanischen Küche inspiriert. Der Name bedeutet sinngemäß „das Beste aus dem Gewürzladen“.
Die 28 sorgfältig aufeinander abgestimmten Gewürzzutaten verleihen der dunklen Schmorsoße eine warme, vielschichtige Aromatik. Gemeinsam mit Rotwein, Schalotten und kräftigen Röstaromen entsteht eine wunderbar würzige Begleitung zu den Hähnchenherzen.
Auch der selbst gekochte Apfel-Rotkohl erhält durch langen Pfeffer, Piment, Sternanis, Zimt und Sumach eine besondere geschmackliche Tiefe.
Zutaten für 2–3 Personen
Zubereitungszeit: etwa 30–40 Minuten Vorbereitung und 60–75 Minuten Garzeit, teilweise parallel.
1. Selbst gekochter Apfel-Rotkohl
1 kleiner Kopf Rotkohl, in feine Streifen geschnitten
3 Äpfel, gewürfelt
1 Zwiebel, fein geschnitten
3 EL Ghee oder Albaöl
2 EL Apfelessig
150 ml Rotwein
2 EL Preiselbeeren aus dem Glas
Grobes Steinsalz
6 Pimentkörner
4 rote Gewürznelken
2 kleine Lorbeerblätter
3 Stangen langer Pfeffer (Pipalis)
1 kleines Stück Zimt, etwa 2 cm
1 Sternanis
1 TL Sumach
Etwas brauner Zucker nach Geschmack
Zubereitung
Piment, Nelken und langen Pfeffer im Mörser leicht anstoßen. Für eine angenehm ausgewogene Würzung können die gröberen Gewürze anschließend in einem Gewürzsäckchen mitgeschmort werden.
Ghee oder Albaöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Gewürze darin bei mittlerer Hitze sanft andünsten, bis sich die Aromen entfalten.
Den fein geschnittenen Rotkohl hinzufügen und einige Minuten unter Rühren mitdünsten.
Die gewürfelten Äpfel und Preiselbeeren unterheben. Mit Apfelessig und Rotwein ablöschen.
Zugedeckt bei geringer Hitze etwa 45–60 Minuten schmoren. Gelegentlich umrühren und bei Bedarf etwas Wasser ergänzen.
Zum Schluss mit Steinsalz und etwas braunem Zucker abschmecken. Ganze Gewürze vor dem Servieren entfernen.
Unser Küchentipp: Apfel-Rotkohl schmeckt am nächsten Tag oft noch aromatischer. Wir bereiten ihn deshalb gern schon am Vortag zu.
2. Hähnchenherzen in dunkler Ras-el-Hanout-Schmorsoße
Zutaten
500 g frische Hähnchenherzen
2 große Schalotten, fein gewürfelt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 EL Tomatenmark
1–2 TL Masawi Ras el Hanout
200 ml kräftiger Rotwein
400 ml heiße Gemüsebrühe
1 EL Ghee
50 g eiskalte Butter
1–2 TL Sojasoße
Steinsalz und frisch gemahlener Pfeffer
1 Prise brauner Zucker
Hähnchenherzen vorbereiten
Die oberen Fettansätze und gegebenenfalls größere Gefäßreste entfernen. Die Herzen längs halbieren und sichtbare Blutreste sorgfältig entfernen. Anschließend mit Küchenpapier trocken tupfen. Rohes Geflügel möglichst nicht unter fließendem Wasser abspülen, damit keine Keime in der Küche verteilt werden.
Zubereitung
Ghee in einem schweren Schmortopf oder einer tiefen Pfanne kräftig erhitzen. Die vorbereiteten Herzen portionsweise etwa 2 Minuten anbraten, bis sie eine schöne Röstfarbe bekommen. Herausnehmen und beiseitestellen.
Die Hitze reduzieren. Schalotten und Knoblauch im verbliebenen Bratfett goldbraun anschwitzen.
Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten. Ras el Hanout einrühren und etwa 20–30 Sekunden sanft mitrösten. Die Gewürze dürfen nicht verbrennen.
Mit Rotwein ablöschen und die Flüssigkeit deutlich einkochen lassen. So entwickelt die Soße ihre kräftige Farbe und ihr intensives Aroma.
Mit heißer Gemüsebrühe auffüllen. Die Hähnchenherzen samt ausgetretenem Fleischsaft zurück in den Topf geben.
Zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 45–60 Minuten sanft schmoren. Die Herzen sollten vollständig durchgegart und angenehm zart sein. Je nach Größe und Beschaffenheit können sie einen leichten Biss behalten.
Den Deckel abnehmen und die Soße bei Bedarf etwas reduzieren, bis sie die gewünschte Konsistenz erreicht.
Mit Steinsalz, frisch gemahlenem Pfeffer, Sojasoße und einer Prise braunem Zucker abschmecken.
Den Topf vom Herd nehmen und die eiskalte Butter in kleinen Stücken einrühren. Dadurch erhält die Soße einen schönen Glanz und eine samtige Konsistenz. Anschließend nicht mehr stark aufkochen.
3. Thüringer Klöße mit Butterkrütchen
Für unsere Alltagsküche verwenden wir gern einen guten, fertigen Thüringer Kloßteig. Die traditionelle Herstellung aus rohen und gekochten Kartoffeln ist zwar eine schöne Handwerkskunst, aber durchaus zeitaufwendig.
Zutaten
750 g Thüringer Kloßteig aus dem Kühlregal
2–3 Scheiben Weißbrot
Etwas Butter zum Rösten
Salz für das Kloßwasser
Zubereitung
Das Weißbrot in kleine Würfel schneiden und in Butter goldbraun und knusprig rösten.
Aus dem Kloßteig gleichmäßige Klöße formen und jeweils etwa einen Teelöffel der gerösteten Brotwürfel in die Mitte geben.
Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Klöße vorsichtig hineingeben.
Die Hitze sofort reduzieren. Die Klöße dürfen nicht sprudelnd kochen, sondern sollen im heißen Wasser etwa 20 Minuten gar ziehen. Dabei die Packungsanleitung beachten.
Sobald die Klöße gar sind, vorsichtig mit einer Schaumkelle herausheben.
So richten wir unser Herbstgericht an
Auf vorgewärmten Tellern zunächst eine großzügige Portion fruchtigen Apfel-Rotkohl anrichten. Daneben einen fluffigen Thüringer Kloß platzieren.
Die geschmorten Hähnchenherzen hinzufügen und mit reichlich dunkler, glänzender Ras-el-Hanout-Soße überziehen.
Wer mag, gibt noch einige frische Kräuter darüber.
Unser Tipp für entspanntes Kochen
Beginnt mit dem Rotkohl, denn er profitiert von einer längeren Garzeit und darf anschließend ruhig noch etwas durchziehen.
Während der Kohl schmort, bereitet Ihr das Hähnchenherzen-Ragout zu. Sobald die Herzen langsam in ihrer aromatischen Soße garen, könnt Ihr die Butterkrütchen rösten.
Die Thüringer Klöße kommen erst ganz zum Schluss ins heiße Wasser.
So lassen sich alle drei Komponenten ohne Hektik zubereiten und gemeinsam heiß servieren.
Tradition bewahren und Neues entdecken
Dieses Gericht zeigt für uns besonders schön, wie vielseitig traditionelle Zutaten sein können. Die Hähnchenherzen stehen für eine bewusste, möglichst vollständige Verwertung tierischer Lebensmittel. Der selbst gekochte Apfel-Rotkohl erinnert an die Küche unserer Großeltern.
Und mit unserem Ras el Hanout bringen wir eine aromatische Verbindung zur nordafrikanischen Gewürztradition auf den Teller.
Gutes Essen muss nicht kompliziert oder außergewöhnlich teuer sein. Manchmal braucht es einfach etwas Zeit, gute Zutaten und die Freude am Kochen.
Viel Freude beim Nachkochen und Genießen!
Eure Manuela und Uwe von Masawi